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WortGottesFeiern
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Einführung
Gott beugt sich
Dieses Jahr liegen sechseinhalb Wochen zwischen dem Ende der kirchlichen Weihnachtszeit, dem Fest der Taufe des Herrn, und dem Aschermittwoch. In manchen Jahren ist diese Zeitspanne noch deutlich kürzer. Wenn man bedenkt, dass in vielen Kirchen die Krippen und Christbäume bis zum 2. Februar, dem Fest der Darstellung des Herrn, stehenbleiben, so gehen oft Weihnachten und die Fastenzeit gefühlt fast ineinander über.

Im Regionalteil des Gotteslobes der Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg gibt es unter der Nummer 849 ein Lied, das, wie ich finde, beide Festzeiten schön miteinander verbindet: Es ist das Lied »Du beugst dich lieber Gott«. Der Text ist von dem niederländischen Dichter und Prediger Jaap Zijlstra (1933–2015); die Melodie von Willem Vogel.

»Du beugst dich, lieber Gott, und kommst mir nah, so nah.
Wie leer und schwer mein Tag: Du suchst mich, du bist da.
Du weilst auch noch zur Nacht, du teilst die Angst, die Pein,
so bis zum Tod betrübt, wie nur ein Mensch kann sein.
Ein Mann der Schmerzen, der zur Erde fällt und schreit,
ein Freund in gleichem Los, bei mir in gleichem Leid.
O gib mir, Herr, das Licht, das deinen Schmerz durchbrach,
den Strahl, der Ostern heißt, so wird’s auch in mir Tag.«

Gott beugt sich und kommt dem Menschen nah: Genau das haben wir an Weihnachten gefeiert. Der »Immanuel«, der »Gott-mit-uns« lässt sich auf das menschliche Leben ein in all seinen Facetten und bis in die tiefste Tiefe, bis in den Schmerz und in die Nacht der Ängste und des Todes.

In diesem Text spricht ein Mensch, der leidet. In seinem Leid aber weiß er, dass er nicht allein ist. Er weiß sich begleitet von dem menschgewordenen Gott, von dem Menschen Jesus, dem kein irdisches Leid fremd ist. Das Gedicht endet mit der vertrauensvollen Bitte um das Licht, das die Nacht durchbricht, den »Strahl, der Ostern heißt«. Im Blick auf den Auferstandenen Jesus Christus wächst im Beter die Hoffnung, dass in ihm selbst dieses Wunder geschieht, dass es Tag wird. »Gebet um Licht« so lautet nach der Angabe des Gotteslobes auch der Titel des Gedichtes, das unseren Liedtext ausmacht.

Dieses Lied findet sich im Gotteslob des Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Freiburg unter der Rubrik »Bitte und Klage«. Ich meine, es eignet sich hervorragend als ein Geländer durch die Österliche Bußzeit. Diese 40 Tage wollen zum Blick auf uns selbst und auf den gebeugten Gott anregen:

Gott beugt sich zu uns Menschen, zu mir in seinem Mensch gewordenen Sohn. Gott beugt sich zu mir und sucht mich und will mir nah sein in meinem eigenen Gebeugtsein.

Gott beugt sich aus Liebe zu uns Menschen in seinem Sohn bis in die tiefste menschliche Nacht und bis in den Tod hinein.

Die göttliche Kraft des österlichen Lichtes, der Auferweckung Jesu, vermag auch unsere menschlichen Nächte hell und hoffnungsvoll zu machen.

Die Gottesdienste und Andachten der Österlichen Bußzeit und der Österlichen Tage wollen uns in diese Bewegung mit hineinnehmen.

Ein Weiteres: In jedem Gottesdienst, in jeder Wort-Gottes-Feier beugt sich Gott und kommt uns nah in seinem Wort. Wenn wir die biblischen Texte hören, liegen darin Gottes Geschichte mit uns Menschen und Gottes wunderbare Taten an uns. Wie kommt es, dass das so oft nicht erfahrbar ist? Liegt es an unseren abgestumpften Ohren? An den antiquierten Texten aus einer fernen Zeit? Am manchmal schlechten Vortragen? Wo wird deutlich, dass das Wort Gottes genau mich anspricht und mit meinem Leben zu tun hat?

In einer Sitzung des Redaktionsteams haben wir das miteinander diskutiert und überlegt, wie es wäre, wenn in kleinen Gottesdienstgemeinden das Wort Gottes wirklich von allen Beteiligten miteinander bedacht würde, z. B. in der Form des Bibel-teilens. Ein Modell dazu finden Sie in diesem Heft.

Wo das nicht möglich ist, könnte es aber auch anregend sein, ab und zu die Zeichenhandlung der Verehrung des Wortes Gottes als eine Form der Antwort der Gemeinde (Werkbuch, S. 200 ) zu praktizieren.

Ich wünsche eine gesegnete Österliche Bußzeit!

Beate Jammer

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