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der Zeitschrift
WortGottesFeiern
Der Aufbau
einer Wort-Gottes-Feier
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Unsere Autoren
Einführung
Trinität: Unsere Sprache in den Formeln
Als Kind hatte ich einen Riesenspaß an Aufklapp-Bilderbüchern. Durch die Kulissen, die durch das Aufklappen der Seiten heraussprangen, konnte ich meiner Fantasie freien Lauf lassen und noch heute liebe ich den Retro-Charme, den diese Bücher ausstrahlen. Die Dreidimensionalität bringt Leben in diese Bücher und ihre Betrachter.

So ähnlich geht es mir, wenn ich mir Gott als dreieinen oder dreifaltigen Gott vorstellen soll.

»… Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten …« Bis diese Formulierung, die wir im Großen Glaubensbekenntnis sprechen, im Jahre 381 auf dem Ersten Konzil von Konstantinopel beschlossen wurde, gingen Jahre theologischen und handfesten Streites voraus. Mit dieser Formulierung konnte dann die Gleichrangigkeit der drei göttlichen Personen betont werden und sie ist bis heute sowohl von den westlichen als auch von allen orthodoxen Kirchen anerkannt. Das Große Glaubensbekenntnis (Nicäno-Konstantinopolitanum) gehört zum gemeinsamen Gebetsschatz aller in der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) verbundenen Kirchen.

Von Gott in drei Personen zu sprechen, geht auf den frühen lateinischen Kirchenschriftsteller Tertullian (~150–220) zurück. Von Haus aus Jurist, erklärte er die Wesenheit Gottes in der Sprache des römischen Rechtswesens. Nach seiner Darstellung ist Gott in der »Substanz« einer, aber in der »Herrschaft« des einen Gottes wirken drei »Personen«. Die Metapher »persona« kannte man damals aus dem Theater, wo die Schauspieler Masken (personae) vor ihr Gesicht hielten, je nach ihrer Rolle. Eine Persona ist demnach eine Erscheinungsform.

Für die dreifache Erscheinungsform Gottes gibt es reiche biblische Anhaltspunkte, die z. T. als Redeweisen und Formeln in die Liturgie Eingang gefunden haben bzw. schon als Formeln in die Biblischen Schriften aufgenommen wurden.

So verwendet der Apostel Paulus in 2 Kor 13,13 einen Segensgruß der frühen christlichen Liturgie: »Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!«

Wirkungsgeschichtlich besonders prägend ist die Taufformel in Mt 28,19: »Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes«. »Auf den Namen« bedeutet eine Übereignung.

In jedem Gottesdienst kommen wir zusammen und feiern als Christen, als Menschen, die zu Christus gehören und seit der Taufe zur Gemeinschaft der Christen. Als Erinnerungszeichen dient das Nehmen von Weihwasser am Eingang einer katholischen Kirche. Indem wir Gottesdienste »im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes« beginnen, stellen wir uns in die Gemeinschaft mit Gott, der in Jesus Christus gegenwärtig ist, wie er versprochen hat: »Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen« (Mt 18,20).

Bei all dem geht es aber nicht um das Heruntersagen von Formeln, sondern um ein Dabei-sein und mitmachen bei dem, was sich in, mit und durch Gott vor unseren Augen abspielt. Gott Vater, Sohn und Geist sind die göttliche Kulisse für unser Leben. Und mein Leben ist die Kulisse in der Gott in Erscheinung treten kann. Wie ein Aufklapp-Bilderbuch durch das Aufklappen einen dreidimensionalen Spielraum eröffnet, so eröffnet uns der dreifaltige Gott einen Spielraum zu leben und zu lieben auf dem Boden seiner Schöpfung, in der Tiefe der Liebe, wie sie uns Jesus erwiesen hat, und in der Kraft und Kreativität des Heiligen Geistes, die herzerfrischend, herzerfüllend und herzverbindend sein will.

Margret Schäfer-Krebs

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