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WortGottesFeiern
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Leseprobe 2
Jahresschluss
… in zerbrechlichen Gefäßen
Lesejahr C
Am Ende eines Jahres, das im Großen geprägt war von Vertreibung und Flucht, Krisen und Kriegen, bleibt manchem vielleicht das Lob im Halse stecken. Viele Menschen erfahren gerade am Altjahrsabend ihr Leben als unsicher und brüchig. Die Wortgottesfeier an diesem letzten Abend im Jahr will nichts verdrängen, sondern benennen, was schwierig ist und verunsichert. In Fragen, Sorgen und Ängste hinein spricht sich das Wort von der unverbrüchlichen Zusage Gottes in Jesus Christus. Deshalb haben auch Lob und Dank an diesem Abend ihren Platz.
Für das Gestaltungselement siehe 21

1 Einzug
Einzug aller am Gottesdienst beteiligten Dienste. Verneigung vor dem Altar oder Kniebeuge, dem Tabernakel zugewandt, wenn er im Altarraum steht. Der Einzug wird vom Kirchenportal aus begonnen; wenn Kinder teilnehmen, können sie vor den Ministrant/inn/en mit einziehen. Nach der gemeinsamen Verneigung (oder Kniebeuge) gehen sie an ihre Plätze.

2 Gesang zur Eröffnung
GL 253 »In dulci jubilo« oder
EH 88/Unterwegs 44 »Hoffen, wider alle Hoffnung«

3 Kreuzzeichen und liturgischer Gruß
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gemeinde: Amen.
Der Name des Herrn sei gepriesen.
Gemeinde: Von nun an bis in Ewigkeit.

4 Einführung
Vertreibung und Flucht, Krisen und Kriege kennzeichnen die politische Bilanz dieses Jahres. Wir haben in diesem Jahr erfahren, wie zerbrechlich wir Menschen sind mit unseren Hoffnungen und Sehnsüchten. Dagegen mag für den/die Einzelne/n durchaus ein positives persönliches Fazit stehen. Beides zusammenzubringen erscheint schwierig. Die Suche nach dem Glauben, der hält und trägt in allen Lebenssituationen, ist uns als Christen aufgegeben. Bringen wir das vergangene Jahr mit Glück und Leid, mit Freuden und Sorgen vor Gottes Angesicht.

5 Chistusrufe
GL 159 »Licht, das uns erschien«

6 Eröffnungsgebet
Ein/e Ministrant/in übernimmt den Buchdienst.
Lasset uns beten.
Kurze Stille.
Du Gott des Lebens.
Am Ende dieses Jahres stehen wir vor dir mit allem, was unser Leben geprägt, bereichert, aber auch erschüttert hat. Dank und Bitte bringen wir heute Abend vor dich, den Dank für all das, was gelungen ist, die Bitte für alle, die nicht aus noch ein wissen.
Dir vertrauen wir uns selbst an und die ganze Welt, die du geschaffen hast.
Wir danken dir, dass du unser Leben teilst in Jesus Christus, unserem Bruder und unserem Herrn.
Gemeinde: Amen.

7 Hinführung zur Lesung: 2 Kor 4,7–18
Aus der Lesung, die wir heute Abend hören, spricht die unerschütterliche Gewissheit des Paulus, dass das Leben der Christen in einer letzten Geborgenheit steht. Dabei weiß er sehr genau, wie schwierig das Leben sein kann. Er verdrängt und beschönigt nichts, überlässt dem Schweren aber nicht das letzte Wort. Eine Provokation für unseren eigenen Glauben!

8 Lesung
Der/Die Lektor/in trägt die Lesung vom Ambo aus vor. Die Gemeinde sitzt.
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther.
Nach der Lesung:
Wort des lebendigen Gottes.
Gemeinde: Dank sei Gott.

9 Antwortgesang
GL 649/2.3 »Behüte mich, Gott, behüte mich« mit Psalm 16

10 Ansprache
Die Gemeinde sitzt.
Bitte nehmen Sie die Scherben zur Hand, die Sie am Eingang mitgenommen haben.
Nach einer kurzen Stille:

I
Scherben.
Zerbrochene Gefäße.
Zerbrochene Hoffnungen.
Leid, Unglück, Tod.
Nacht, Dunkel, Traurigkeit – in unserem persönlichen Leben,
aber auch im Leben so vieler Menschen.
Viele wissen nicht aus noch ein.
Flucht, Vertreibung, Abschiebung.
Kriege und Krisen, Verfolgung und Unterdrückung.
Die Scherben des menschlichen Lebens haben viele Namen und vielerlei Gestalt.
Unser Leben ist zerbrechlich, gefährdet, unsicher.
Situationen des vergangenen Jahres fallen uns ein, in denen wir das erfahren haben.
In einer Zeit der Stille spüren wir diesen Situationen nach.
Stille
Sie sind eingeladen, Ihre Scherbe und damit verbunden IhreFragen und Sorgen am Altar abzulegen.
Die Mitfeiernden gehen wie beim Kommuniongang zum Altar, legen ihre Scherben auf dem dunklen Tuch ab und gehen danach wieder in die Bänke.

II
Gefäße.
Schalen. Eimer. Töpfe. Krüge.
Hände, die sich öffnen,
die empfangen,
die schenken.
Die Gefäße unseres Lebens sind zerbrechlich, gewiss.
Brüchig sind sie, rissig, an vielen Stellen angestoßen, zusammengeklebt.
Unser Blick geht häufig auf die Gefäße und ihre Mängel.
Paulus hat eine andere Blickrichtung:
Er sieht auf das, was diese zerbrechlichen Gefäße enthalten:
den Schatz des Lebens und Glaubens.
Er beschönigt nichts:
Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben;
wir wissen weder aus noch ein;
wir tragen das Todesleiden Jesu an unserem Leib.
Und doch: In all dem ist Gott an unserer Seite.
In Jesus geht er alle Menschenwege mit.
Wer von uns würde nicht gerne diese unerschütterliche Glaubensgewissheit
des Paulus teilen!
»Darum werden wir nicht müde;
wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird,
der innere wird Tag für Tag erneuert.
Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns in maßlosem Übermaß
ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit.«
Schauen wir auf das vergangene Jahr:
Auch das mögen wir erfahren haben,
dass wir aus schwierigen, erschütternden, traurigen Situationen gestärkt hervorgegangen sind,
dass wir Ermutigung, Unterstützung und Hilfe erfahren haben, wo wir es nicht vermutet hätten,
dass wir Gott an unserer Seite wussten, obwohl alles dagegen sprach,
dass Glaube, Hoffnung und Liebe in uns gewachsen sind.
In einem Augenblick der Stille spüren wir diesen Situationen nach, denken an die Menschen, die unser Leben teilen und danken dafür.
Stille
Für all diese Erfahrungen steht das Licht der Osterkerze, die
wir jetzt entzünden, inmitten aller Scherben unseres Lebens.
Der/die Leiterin oder ein/e Ministrant/in entzündet die Osterkerze.

III
Wir gehen in ein neues Jahr.
Die Einladung des Paulus gilt auch für dieses Jahr: als Christinnen und Christen täglich neu den Schatz zu entdecken, den wir in unseren zerbrechlichen Gefäßen, in unserem zerbrechlichen Leben tragen:
Glaube, Hoffnung und Liebe.
Zeichen für diesen Schatz sind die Lichter, die wir jetzt austeilen und die Sie gerne mitnehmen dürfen.
Bitte kommen Sie wie beim Kommuniongang nach vorn. Dort wird Ihnen ein Licht überreicht, mit dem Sie dann zurück in die Bank gehen.

Wenn alle ein Licht empfangen haben, hören wir das Evangelium.
Ministrant/inn/en oder andere Mitglieder der Gemeinde zünden die Lichter an der Osterkerze an, andere überreichen den Mitfeiernden ein Töpfchen mit dem bereits angezündeten Licht. Zur Austeilung des Lichtes leises Orgelspiel.

11 Ruf vor dem Evangelium
Zum Halleluja-Ruf steht die Gemeinde.
GL 174/1 oder EH 24 oder Unterwegs 169
Der/Die Kantor/in singt den Ruf vor, die Gemeinde wiederholt.
Der Vers zum Halleluja findet sich im Lektionar vor dem Evangelium. Die Huldigung des Evangeliums kann erweitert werden, indem der Ruf nach dem Evangelium wiederholt wird. Zwei Ministrant/inn/en mit Leuchtern stehen rechts und links neben dem Ambo.
Vers zum Evangelium:
Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt,
damit die Welt durch ihn gerettet wird.

12 Evangelium: Joh 3,16–21
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Gemeinde: Ehre sei dir, o Herr.
Kreuzzeichen auf Buch, Stirn, Mund und Brust.
Nach dem Evangelium:
Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.
Gemeinde: Lob sei dir, Christus.

13 Antwort der Gemeinde: Predigtlied
GL 854 »Größer als alle Bedrängnis« (Anhang Freiburg/Rottenburg-Stuttgart) oder
GL 237 »Vom Himmel hoch, da komm ich her« oder
EH 112 »Durch das Dunkel hindurch« oder
Unterwegs 249 »Herr, in deine Hände«

14 Fürbitten
Lasst uns unsere Welt ins Gebet nehmen und sie dem Gott des Lebens anvertrauen.

- Lasst uns beten für alle Menschen, die im vergangenen Jahr Schweres durchmachen mussten, für die Flüchtlinge und für alle, deren Leben bedroht ist, für alle, die missbraucht, vergewaltigt und verfolgt wurden und werden. –
Allerbarmender Gott:
Gemeinde: Wir bitten dich, erhöre uns.
- Lasst uns beten für die Menschen, die in materielle Not geraten sind, für alle, die keine Hoffnung und keine Perspektive haben. – Allerbarmender Gott:
- Lasst uns beten für die Christinnen und Christen in aller Welt, die bedroht, verfolgt und unterdrückt werden, die ihren Glauben nicht öffentlich bekennen können. – Allerbarmender
Gott:
- Lasst uns beten für einsame, alte, kranke und behinderte Menschen und für alle, die andere Menschen pflegen und für sie sorgen. – Allerbarmender Gott:
- Lasst uns beten für alle, die sich einsetzen für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung, für diejenigen, die sich in unserer Stadt/Gemeinde politisch oder in Vereinen engagieren und Menschen willkommen heißen. – Allerbarmender Gott:
- Lasst uns beten für unsere Gemeinde/Seelsorgeeinheit, für die Kinder, die getauft wurden, für die Jugendlichen, die gefirmt wurden, für die Paare, die geheiratet haben, für alle, die sich engagieren, damit unsere Gemeinde/Seelsorgeeinheit ihren Weg geht in geschwisterlicher Liebe. – Allerbarmender Gott:
- Lasst uns in einem Augenblick der Stille unsere persönlichen Anliegen vor Gott tragen. – Allerbarmender Gott:
- Lasst uns beten für die Verstorbenen des vergangenen Jahres, für die Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrunken sind, für alle unsere Verstorbenen. – Allerbarmender Gott:
Zu den Fürbitten kann von Kindern Weihrauch eingelegt oder eine Kerze entzündet werden. Sie können sich mit einer Fürbitte beteiligen.

15 Vaterunser
Beim Vaterunser können die Kinder an einem geeigneten Ort im Chorraum oder im Mittelgang vor dem Altar stehen. Sie können das Vaterunser mit geöffneten Händen beten wie alle mit ihnen Versammelten.
Alle unsere Bitten, die ausgesprochenen und die nicht ausgesprochenen, legen wir in das Gebet, das Jesus uns geschenkt hat:
Gemeinde: Vater unser im Himmel …

16 Danklied
Die Gemeinde sitzt.
GL 258 »Lobpreiset all zu dieser Zeit« oder
EH 110/Unterwegs 232 »Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott«

17 Segensbitte
Während der Segensbitte können die Eltern den Kindern die Hände auflegen.
Erbitten wir Gottes Segen
für das vergangene Jahr, das wir in seine Hände zurücklegen,
für das kommende Jahr, das wir aus seinen Händen empfangen:
Der Herr segne uns und er behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht über uns leuchten
und sei uns gnädig.
Der Herr wende uns sein Angesicht zu
und schaffe uns Shalom.
Gemeinde: Amen.

18 Entlassung
Singet Lob und Preis.
Gemeinde: Dank sei Gott, dem Herrn.
Danach Verneigung vor dem Altar oder Kniebeuge, dem Tabernakel zugewandt, wenn er im Altarraum steht.

19 Te Deum
Der/die Leiter/in oder ein Kantor/eine Kantorin stimmt das Te Deum an.
Die Gemeinde stimmt ein:
GL 380,1.2.9–11 »Großer Gott, wir loben dich«

20 Auszug
Auszug aller am Gottesdienst beteiligten Dienste. Orgelnachspiel.

21 Gestaltungselement: Tonscherben
Vorzubereiten sind:
- Körbe mit Tonscherben, die an die Eingänge gestellt werden. Ministrant/inn/en laden die Mitfeiernden ein, sich eine Scherbe mit in die Bank zu nehmen.
- Dunkles Tuch vor dem Altar. Auf das Tuch wird die Osterkerze gestellt, aber noch nicht angezündet.
- Kleine Blumentöpfe aus Ton, die auf der Innenseite mit goldfarbener Acrylfarbe bemalt und mit einem Teelicht bestückt werden. Die Lichter werden von Ministrant/inn/en oder anderen Gemeindemitgliedern an der Osterkerze entzündet und in die Töpfchen gestellt. Diese können auf Tabletts abgestellt werden.
- Dochte zum Anzünden der Lichter.

Die Blumentöpfchen mit dem Licht werden der feiernden Gemeinde mit nach Hause gegeben. Beim Verteilen der Lichter ist auch auf behinderte Menschen zu achten, die mit Rollstühlen oder Rollatoren gekommen sind. Ihnen kann ein/e Ministrant/in das Licht an den Platz bringen.

Annette Traber

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