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Die Inhalte
der Zeitschrift
WortGottesFeiern
Der Aufbau
einer Wort-Gottes-Feier
Die Herausgeber
Leseprobe 1
Gründonnerstag
Im Garten der Angst
Lesejahr B
In vielen Gemeinden ist es üblich, nach der Abendmahlsliturgie am Gründonnerstag Gebetswachen zu halten. Hier wird ein Entwurf einer Gebetswache vorgelegt, der davon ausgeht, dass die Gemeinde sich zuvor in einer der Kirchen zur Eucharistiefeier versammelt hat. Eine Kommunionfeier ist nicht vorgesehen. Auch endet die Gebetswache nicht mit dem Segen, da das Triduum als eine liturgische Einheit gilt und erst mit dem Segen nach der Feier der Osternacht endet.
Wenn es möglich ist, kann vor dem Altar eine Christusikone aufgestellt werden, erhellt durch eine Kerze. Nach der dritten Lesung kann das Licht der Kirche für eine Zeit der Stille gedämpft werden, sodass nur die Ikone erleuchtet ist.
Opferkerzen können bereitgestellt werden; wer zu den Fürbitten eine Kerze entzünden möchte, stellt sie zur Ikone.
Vorzubereiten sind auch Schälchen, in denen ein mit Olivenöl getränkter Wattebausch liegt.

1 Einzug


Stiller Einzug aller am Gottesdienst beteiligten Dienste.

2 Gesang zur Eröffnung

GL 177 »Aus tiefer Not« oder
EH 195 »Aus der Tiefe rufe ich zu dir« oder
Unterwegs 107 »Aus der Tiefe zu dir ruf ich«

3 Liturgischer Gruß

Unser Herr Jesus Christus, der uns heute als seine Jüngerinnen und Jünger um sich versammelt am Tisch des Mahles und im Garten der Angst, er ist mit uns.
Gemeinde: Amen.

4 Einführung

In dieser Zeit des beginnenden Frühlings führen die Erzählungen vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu uns mit ihm in verschiedene Gärten. Heute Abend sind wir mit ihm und seinen Jüngern nach der Feier des Abendmahls im Garten Getsemani versammelt. Es ist ein Ort, an dem Jesus sich nach der Aussage des Johannesevangeliums oft mit seinen Jüngern getroffen hat. Der hebräische Name bedeutet Ölpresse. Bis heute ist der Ölberg mit teils sehr alten Ölbäumen bepflanzt, und an seinem Fuß hat man Ölpressen gefunden. Um an das kostbare und köstliche Öl heranzukommen, muss man die Oliven pressen, zermahlen. Ein gewaltsamer Vorgang ist das, nicht beschaulich und freundlich.
Einer der Lieblingsorte Jesu wird heute zum Garten der Angst. Jesus ringt: mit sich, mit seiner Angst, mit Gott. Welch ein Gegensatz: Die Jünger schlafen in aller Seelenruhe!

5 Christusrufe

Herr Jesus Christus, in deiner Angst bist du allen Menschen nahe, die Angst haben, denen Schweres bevorsteht. Herr, erbarme dich.
Gemeinde: Herr, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, im Garten Getsemani bist du allen Menschen nahe, die Leid erfahren, die gefoltert werden. Christus, erbarme dich.
Gemeinde: Christus, erbarme dich.

Herr Jesus Christus, in dieser Nacht bist du allen Menschen nahe, die verraten und verkauft werden, die von allen verlassen sind. Herr, erbarme dich.
Gemeinde: Herr, erbarme dich.

6 Gebet

Lasset uns beten.
Kurze Stille.

Allein trotz der Freunde, verraten, voller Fragen – so finden wir dich im Garten der Angst, Jesus. So finden wir viele Menschen,
denen Schweres bevorsteht, die Todesangst haben.
Du lässt sie nicht allein, schläfst nicht, sondern bist an ihrer Seite. Sei du auch an unserer Seite, wenn wir uns verlassen fühlen von Menschen und von Gott.
Darum bitten wir dich heute und jeden Tag.
Gemeinde: Amen.

7 Hinführung zur ersten Lesung: Mt 26,30-35 (Lektionar II/B, S. 493 f.)


Der Weg durch die Stadt durch das Kidrontal hinüber zum Ölberg. Die Lobgesänge der Psalmen mögen noch nachklingen in denen, die diesen Weg gehen, die Lobgesänge auf den Gott, der befreit. Sie haben sich vermutlich schon häufig in diesem Ölgarten aufgehalten, Jesus und seine Jünger. Die Stadtgrenze ist nicht weit. Warum gehen sie nicht den Berg hinauf, damit sie in Sicherheit sind? Glauben sie, dass sie hier gute Verstecke finden?
Jesus scheint zu ahnen, was ihm bevorsteht, was viele Menschen erleiden: das Schicksal der Früchte, die ausgepresst werden, zerbrochen und zermalmt. An ein Fest ist jetzt nicht zu denken.

8 Erste Lesung

Der/Die Lektor/in trägt die Lesung vom Ambo aus vor. Die Gemeinde sitzt.
Aus dem Evangelium nach Matthäus.
Stille

9 Antwortgesang

GL 286/EH 196/Unterwegs 209 »Bleibet hier und wachet mit mir«

10 Einladung zur Salbung

Oliven: ausgepresst, zermahlen, zermalmt. So entsteht das kostbare, köstliche Öl. Mit diesem Öl werden in der Bibel Menschen gesalbt: Würde vor Gott und den Menschen wird dadurch ausgedrückt, eine Würde, die niemand einem Menschen nehmen kann. In aller Not, allem Leid, aller Zerbrochenheit wird uns zugesagt, dass unsere Würde uns nicht genommen werden kann. Menschenwürde ist nicht verhandelbar; Menschenrechte sind es auch nicht.

Durch die Reihen werden jetzt Schalen mit Olivenöl gegeben. Nehmen Sie gerne eine Fingerspitze davon auf und zeichnen Sie sich ein Kreuz auf die Stirn. Es ist ein Zeichen, dass Jesus, der gebrochen, zerbrochen wurde, an unserer Seite ist, wenn wir zu zerbrechen drohen.

Schalen mit Wattebäuschen, die mit Olivenöl getränkt sind, werden durch die Reihen gegeben. Währenddessen kann leise Orgelmusik erklingen.

11 Hinführung zur zweiten Lesung: Mt 26,36-46 (Lektionar II/B, S. 494 f.)

Zu Tode betrübt der eine – schlafend die anderen. Geht es nicht vielen so, dass sie müde, leer und abgestumpft sind angesichts der vielen schlimmen Nachrichten? Dass sie nicht mehr hinschauen wollen und können, erschöpft sind? Die forsche Rede des Petrus »Ich verlasse dich nicht. Niemals!« hat sich rasch gewandelt.
Wo finden wir uns? Beim wachenden Jesus oder bei den schlafenden Jüngern? Oder gar an einem völlig anderen Ort? Unter einem der alten Bäume, die so schöne Verstecke bieten, wo man geschützt ist und gar nicht mitbekommt, was geschieht?

12 Zweite Lesung

Der/Die Lektor/in trägt die Lesung vom Ambo aus vor.
Aus dem Evangelium nach Matthäus.
Stille

13 Einladung zu einem Ölberggang

Wir sind jetzt eingeladen, uns mit den Fragen auf den Weg zu machen, die das Evangelium aufwirft. Wer möchte, kann sich hier in der Kirche bewegen und einen Platz suchen, der ihm oder ihr entspricht und dort in Stille über folgende Fragen nachdenken: Bin ich an der Seite des betenden, ringenden Jesus? Bin ich bei den schlafenden Jüngern? Bin ich an einem anderen Ort, geschützt und sicher?
Wenn der Liedruf »Bleibet hier und wachet mit mir« angestimmt wird, kommen alle wieder zurück an ihre ursprünglichen Plätze.

14 Antwortgesang

GL 286/EH 196/Unterwegs 209 »Bleibet hier und wachet mit mir«

15 Hinführung zur dritten Lesung: Mt 26,47-56 (Lektionar II/B, S. 495 f.)

So geht es weiter: Abgründe tun sich auf. Liebe und Verrat liegen eng beieinander. Auf diese Episode berief sich immer wieder der christliche Antijudaismus. Judas als Prototyp des Verräters?
Am Schluss heißt es, dass alle Jünger Jesus verließen und flohen ... Abgründe. Jeder für sich allein. Im Garten der Angst.
Wie stehen sie die Nacht durch? Die äußere und die innere?
Wohin fliehen sie? Gibt es eine Zuflucht für sie? Und Jesus: verraten und verkauft, allein mit sich und Gott. Sich selbst und Gott treu, auch jetzt noch ...

16 Lesung

Aus dem Evangelium nach Matthäus.
Stille

17 Antwortgesang

GL 286/EH 196/Unterwegs 209 »Bleibet hier und wachet mit mir«

18 Fürbitten

Die Gemeinde sitzt.
In einer Zeit der Stille können wir nun unsere persönlichen Bitten und Fürbitten vor Gott, vor Jesus Christus tragen.
Wer eine Kerze entzünden möchte, ist eingeladen, sie zur Christusikone zu stellen.
Stille

19 Gesang

GL 792,1–4 (Diözesanteil Freiburg/Rottenburg-Stuttgart) »Seht hin, er ist allein im Garten«
oder GL 274 »Und suchst du meine Sünde«
oder EH 199,1 »Ein Mensch wird gefangen«
oder Unterwegs 97 »Bleib mit deiner Gnade bei uns«

20 Vaterunser

Mit den Worten, die Jesus uns geschenkt hat, beten wir:
Gemeinde: Vater unser im Himmel ...

21 Entlassung

Wir gehen in die Nacht hinaus.
Bleiben wir bei Jesus, wie er bei uns bleibt.
Segen und Schutz möge er uns sein.
Nahe möge er all denen sein,
die mit ihm im Garten der Angst ausharren müssen,
die zertreten, zermalmt werden,
allen, bei denen Liebe und Verrat nahe beieinanderliegen,
allen, die allein ausharren müssen.
Gemeinde: Amen.

22 Auszug

Stiller Auszug aller am Gottesdienst beteiligten Dienste.

Annette Traber

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