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Einführung
»Wir sind von Solidarität umzingelt«, so schreibt ein Autor vor kurzem in einer der großen Süddeutschen Tageszeitungen. Und es stimmt: es scheint so, also ob das Wort Solidarität derzeit in aller Munde geführt wird. Verstehen Sie mich richtig: zu Recht brauchen wir in unserer Gesellschaft und in der Weltgemeinschaft die geforderte Solidarität, egal ob mit Blick auf die drohende Energiekrise, den Klimawandel, das Impfverhalten der Bevölkerung oder den Umgang mit den Pflegenden in unseren Krankenhäusern. Und doch beschreibt der Artikel recht treffend den fast inflationären Gebrauch dieses Wortes, und wie es sich von manchen Gesellschaftsgruppen für ihre je eigenen Zwecke und Absichten zu eigen gemacht wird. Interessanterweise grenzt der Autor auch den soziologischen Begriff der Solidarität von der christlichen Nächstenliebe ab. Wie Jürgen Habermas festgestellt hat, lebt solidarisches Handeln bis zu einem gewissen Maß von der erhofften Reziprozität.

Mit anderen Worten: Ich bin bereit für andere etwas zu geben oder auf etwas zu verzichten, da ich darauf vertraue, dass ich in einer Notlage von den anderen ebenso unterstützt werde. Leben und Handeln im christlichen Sinne geht allerdings über das rein soziologische Verständnis von Solidarität hinaus.

Die kommenden Wochen und Monate führen uns in eine Zeit im Kirchenjahr, die uns zeigt, wie sehr wir selbst Beschenkte sind. In den Heiligenfesten dieser Wochen wird deutlich, dass das Geben zweckfrei und bedingungslos geschieht. Der Hl. Martin von Tours teilt seinen Mantel in dieser kalten Jahreszeit, nicht weil er sich selbst etwas davon erhofft. Er teilt, weil er sich selbst als reich beschenkt weiß – von Gott selbst. Deshalb kann er teilen, denn er verliert nichts von der Liebe Gottes. Auf das große Fest und die Gewissheit des Beschenktseins, aus der heraus der Hl. Martin handelt, gehen wir zu: Gott wird Mensch unter Menschen, ohne Vorbedingung, aus Liebe zu uns als seinen Geschöpfen.

Die Texte und Lieder in den liturgischen Feiern dieser Tage machen deutlich, dass Gott in diese Welt kommt, um ihr sein Licht zu schenken: Wir sind von Gott so sehr geliebt, dass er seinen Sohn gibt. Es ist ein Geschenk, das wir annehmen dürfen in all seiner Un-Bedingtheit. Denn es ist vorbehaltlos, frei von jeglicher erwarteten Gegenleistung.

Das Geschenk der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus ist die Grundlage, von der her jede und jeder ebenso handeln kann: aus Liebe und un-bedingt. Gottesliebe und Nächstenliebe umzingeln niemanden, sie schenken Freiheit und letztlich auch Solidarität.

Sonja Kohr

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