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Einführung
321 … Sonntag!
Das liturgische Jahr geht in den kommenden Wochen seinem Höhepunkt entgegen: dem bevorstehenden Osterfest, dem eine vierzigtägige Vorbereitungszeit voraus geht und dem eine 50-Tage-Feier bis Pfingsten folgt. Die Situation der vergangenen Wochen und Monate war für viele nicht österlich geprägt und eher mit der des Karsamstags vergleichbar: Jesus ist »gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes«, wie es im Glaubensbekenntnis heißt. Die Rubriken des Messbuchs vermerken knapp: »Am Karsamstag verweilt die Kirche am Grab des Herrn und betrachtet sein Leiden und seinen Tod. Das Messopfer wird nicht gefeiert, der Altar bleibt unbedeckt.« Es ist eine Situation des Wartens, die ausgehalten werden muss. »Erst in der Osternacht, in der die Kirche die Auferstehung des Herrn erwartet, bricht die österliche Freude durch«, heißt es weiter im Messbuch.

Aber nicht nur einmal im Jahr feiern wir in dieser Osterfreude die Auferstehung Jesu Christi, der nicht im Tod geblieben ist. Jeder Sonntag ist ein Osterfest, Tag des Herrn, Tag der Auferstehung. Die liturgische Woche beginnt am Sonntag. Im bürgerlichen Kalender stehen die »systemrelevanten« Werktage am Anfang. Dann folgt der Sonntag als siebenter Tag. Doch schon die frühen Christen sprachen lieber vom ersten oder sogar vom achten Tag der Woche, um den theologischen Bezug zu verdeutlichen: Von Beginn an feiern die christlichen Gemeinden am Sonntag die Auferstehung. Bereits im ersten Jahrhundert war der Sonntag geprägt von der Versammlung der Gemeinde und der Feier der Eucharistie – wie es die Apostelgeschichte bezeugt: »Als wir am ersten Tag der Woche versammelt waren, um das Brot zu brechen […]« (Apg 20,7)

Die Bezeichnung »Sonntag« geht auf die antike Planetenwoche zurück. Es war der ursprünglich dem Sonnengott geweihte zweite Tag. Die heidnische Bezeichnung wurde von den Christen übernommen, die Christus als das »wahre Licht« und die »Sonne des Heils« verehrten. Die Gottesdienste waren am Abend oder am Vorabend des Sonntags, der noch kein arbeitsfreier Tag war. Erst im Jahr 321 – vor 1700 Jahren – änderte sich dies durch die Gesetzgebung unter Kaiser Konstantin: »Alle Richter, die städtische Bevölkerung und alle Gewerbe sollen am verehrungswürdigen Tag der Sonne ruhen. Die Bauern sollen frei und ungehindert die Felder bestellen […], damit nicht die Gunst der Gelegenheit, die durch himmlische Vorsehung gegeben ist, verpasst werde.« Der gesetzliche Ruhetag war verschiedenen Gründen geschuldet – sicher auch dem verbreiteten Sonnenkult. Eusebius von Caesarea deutete in seiner im 4. Jahrhundert verfassten »Vita Constantini« die Einführung des wöchentlichen Feiertages jedoch allein als Ausdruck der christlichen Überzeugung Konstantins.

In der heutigen Zeit können wir den Sonntag als Geschenk und Freiraum erleben – aber auch als Chance, christliche Zukunftserwartung zu bezeugen: »Der Sonntag ist als der Tag des Herrn der Tag des freien Menschen geworden und soll erleben lassen, dass Freizeit Zeit für Freiheit ist und dass die endgültige ›Freiheit der Kinder Gottes‹ im Kommen ist. Er erinnert daran, wozu und woraufhin der Mensch lebt.« (Pastoralsynode der Katholischen Kirche in der DDR, 1975).

Der Sonntag ist der Tag der Osterfreude, Zeit für Freiheit, christliches »Markenzeichen «: 321 … Sonntag!

Andreas Poschmann

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