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WortGottesFeiern
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Einführung
Der Evangelist Johannes im Markus-Jahr
Mit dem Advent 2017 beginnt das Lesejahr B, das mittlere der drei Lesejahre. Die derzeitige katholische Leseordnung geht zurück auf das Zweite Vatikanische Konzil und dessen Anliegen, »dass innerhalb einer bestimmten Anzahl von Jahren die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift dem Volk vorgetragen werden« (Liturgiekonstitution 51). Die Forderung war notwendig, denn tatsächlich war es vor der Liturgiereform so, dass die altkirchliche Praxis verlorengegangen war. In den letzten Jahrhunderten gab es im katholischen Gottesdienst nur noch zwei Lesungen: das Evangelium und dazu eine weitere, meist neutestamentliche. Zudem wurden diese Lesungen Jahr für Jahr wiederholt.

Die frühe Kirche kannte drei Lesungen am Sonntag. Das bezeugen schon Augustinus (+ 430) für Nordafrika und Ambrosius (+ 397) für Mailand: Auf eine alttestamentliche Lesung folgte eine Lesung aus den Schriften der Apostel und aus dem Evangelium. Dabei kam, wie schon Cyprian (+ 258) bestätigt, dem Evangelium ein besonderer Rang zu.

An dieses Schema knüpft die neue katholische Leseordnung von 1969 an: Verheißung (Altes Testament) – Erfüllung (Neues Testament); die Lesung aus dem Evangelium steht als vornehmste immer an letzter Stelle.

Darüber hinaus besteht die Leseordnung nun aus drei Lesejahren, die sich an den synoptischen Evangelien orientieren, die im Jahreskreis als fortlaufende Lesung in Auswahl (Bahnlesung) vorgetragen werden: Matthäus (A), Markus (B), Lukas (C). Das vierte Evangelium – nach Johannes – gilt als später entstanden und unterscheidet sich durch seine eigenständige theologische Aussage und seinen Aufbau von den Synoptikern. Es findet in allen drei Lesejahren Eingang in die Leseordnung in den geprägten Zeiten: während der letzten Wochen der Fastenzeit (Österlichen Bußzeit) und während der Osterzeit.

Das Evangelium nach Markus ist das älteste und kürzeste. Daher wird es im Lesejahr B um Passagen aus dem Evangelium nach Johannes ergänzt. Auf das Evangelium vom 16. Sonntag im Jahreskreis (Mk 6,30-34) folgt nicht – in der Logik der Bahnlesung – die Brotvermehrung nach Markus (Mk 6,35-44), sondern es sind fünf Lesungen aus dem 6. Kapitel des Johannesevangeliums vorgesehen: die Brotvermehrung am Ufer des Sees von Galiläa und die Rede über das Himmelsbrot in der Synagoge von Kafarnaum (17.-21. Sonntag im Jahreskreis): »Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.« (Joh 6,51, 19. und 20. So. i. Jk.)

Ganz zentral geht es also bei Johannes um die Selbstoffenbarung Jesu in Wort und Zeichen. Auch am 2. und am letzten Sonntag im Jahreskreis (Christkönig) wird aus dem Johannesevangelium gelesen. Jesus ist der Sohn Gottes, der Christus, der Gesalbte: »Wir haben den Messias gefunden«, berichtet Andreas seinem Bruder Simon Petrus (vgl. Joh 1,40 f., 2. So. i. Jk.). Und gegenüber Pilatus bekennt Jesus: »Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.« (Joh 18,37, Christkönigssonntag)

Andreas Poschmann

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