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WortGottesFeiern
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Einführung
Glaubenszeugen, Prototypen
Wer im Urlaub nach Rom kommt, besucht in der Regel auch eines der bedeutendsten antiken Bauwerke der Stadt: das Pantheon. Es ist ein faszinierender Bau mit einer beeindruckenden Wirkung: ein überwölbter Rundbau von etwa 43 m Innendurchmesser und -höhe. Diese imposante Rotunde wurde vor nahezu 2000 Jahren auf dem Marsfeld errichtet und war ein allen Göttern Roms geweihtes Heiligtum. Der oströmische Kaiser Phokas machte den Bau im Jahre 608 Papst Bonifatius IV. zum Geschenk. Am 13. Mai 609 wurde das Pantheon als Basilika Sancta Maria ad Martyres dem Gedenken der heiligen Jungfrau Maria und aller Märtyrer gewidmet und als Kirche geweiht. In diesem römischen Allerheiligenfest am 13. Mai zeigt sich eine der Wurzeln unseres heutigen Allerheiligenfestes am 1. November, das von England und Irland kommend im 9. Jahrhundert auch auf dem europäischen Festland übernommen wurde.

Heiligenverehrung: Das ist typisch katholisch. Die Liste der Seligen und Heiligen der katholischen Kirche ist mittlerweile sehr lang. Allein Johannes Paul II. nahm in seiner Amtszeit 1338 Selig- und 482 Heiligsprechungen vor; er machte doppelt so viele Kandidaten zu Heiligen wie seine Vorgänger in 400 Jahren zusammen. Inzwischen wurde auch er heiliggesprochen. Kritiker mögen das Personenkult nennen oder ganz und gar mit Unverständnis reagieren angesichts dieser scheinbar inflationären Praxis. Seltsam mag für manche auch die Formulierung im Tagesgebet des Allerheiligenfestes klingen, die davon spricht, dass wir die »Verdienste aller … Heiligen … feiern«. Andererseits sind die Heiligen Zeugen des Glaubens in ihrer Zeit, konkrete Vorbilder und nicht eine fromme Idee. Und keineswegs wird an Allerheiligen nur der Heiligen gedacht, die durch ein römisches Verfahren zur Ehre der Altäre erhoben wurden. Die Präfation spricht von allen verstorbenen »Brüdern und Schwestern, die schon zur Vollendung gelangt sind«.

Und sicher gibt es auch in unserem eigenen Umfeld Menschen, die ihren Glauben leben und bezeugen. Das muss nicht spektakulär sein. Und wenn es »nur« darin besteht, dass sie zum Gottesdienst zusammenkommen und so für andere sichtbar machen, dass sie mit ihnen gemeinsam Glaubende sind – Mitchristen. Sicher: Ich kann zu Hause beten und mich damit beruhigen, eine große Heilige zu zitieren: »Gott allein genügt.« Ich brauche sonst nichts und niemanden, weder Gottesdienst noch Kirche. Doch stimmt dieser populäre Satz der heiligen Theresia von Ávila, deren 500. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird? P. Dr. Reinhard Körner OCD, Birkenwerder, macht auf das fatale Missverständnis dieser aus dem Zusammenhang gerissenen Formulierung und ihrer deutschen Übersetzung aufmerksam. Sólo Dios basta. »Erst wenn es mir um Gott selbst geht, nicht um das, was mir ›genügt‹, erst wenn ich mich ihm zuwende, … erst dann liebe ich Gott genug. Und das schließt immer mit ein, dass es nur genug ist, wenn es mir – mit Gott – auch um seine Welt und seine Menschen geht«, um alle Heiligen.

So wie die Kuppel des Pantheon in ihrer Vollkommenheit und Schönheit auf das Himmelsgewölbe verweist, so erinnert das Allerheiligenfest daran, dass Gott für alle das Heil will, vollkommen und umfassend. In diesem Sinn sind die Heiligen Vorbilder. Auch das Pantheon wurde zum Prototyp für zahllose Kuppelbauten wie etwa für Andrea Palladios Villa La Rotonda bei Vicenza, den Petersdom in Rom, Jules Hardouin-Mansarts Invalidendom in Paris, Friedrich Weinbrenners Kirche St. Stephan in Karlsruhe, …

Andreas Poschmann

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