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| Einführung |
| Als Leitungsperson mit der Feiergemeinde in Kontakt kommen |
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Gottesdienst ist grundlegend ein Beziehungsgeschehen: zwischen Gott und den zur Feier versammelten Menschen, sowie zwischen den Feiernden untereinander. Das gilt auch für die Beziehung zwischen der Leitungsperson und der Gemeinde. In jeder liturgischen Feier stellt sich die Aufgabe, wie die Leitungsperson gerade zu Beginn der Feier gut mit den Mitfeiernden in Kontakt kommen kann. Und diese Aufgabe ist möglicherweise gar nicht so einfach.
In der Praxis lässt sich manchmal beobachten, dass sich die Leitungsperson nach dem Einzug der liturgischen Dienste mit einem persönlichen Gruß an die Gemeinde richtet, wie z. B. »Guten Morgen«, »Herzlich Willkommen!« oder »Schön, dass Sie den Weg zum Gottesdienst gefunden haben.« Das Anliegen wird schnell deutlich. Und vielen Menschen, die sich in der Leitung von Wort-Gottes-Feiern und anderen gottesdienstlichen Formen engagieren, ist es in der Tat wichtig, als Leitungsperson zu Beginn des Gottesdienstes persönlichen Kontakt zu den Feiernden aufzunehmen.
Ein kurzer Blick in das liturgische Buch »Die Wort-Gottes-Feier an Sonn- und Festtagen« zeigt sogleich eine Spannung auf. Die liturgischen Vorgaben sehen an dieser Stelle nämlich gar keinen persönlichen Gruß der Leitungsperson vor. Auch die Vorlagen dieser Zeitschrift orientieren sich an diesem Grundsatz. Daran mag sich schnell Kritik entzünden, wird die Liturgie doch oft als unpersönliches Ritual erlebt.
Hier kann es helfen, sich über das Geschehen der Eröffnung einer liturgischen Feier zu vergewissern: Die Menschen, die zum Gottesdienst zusammenkommen, werden zu einer Gemeinschaft zusammengeführt, die sich nach und nach auf Gott hin ausrichtet. Diese Bewegung lässt sich besonders an den Christusrufen und am Eröffnungsgebet ablesen. Das Ziel der Eröffnung besteht also in der Kontaktaufnahme der Gemeinde mit Gott, der zur Feier seiner Gegenwart einlädt und die Mitte der Versammlung darstellt. Die Ausrichtung auf ihn setzt dabei schon beim Einzug der liturgischen Dienste und einem entsprechenden Gesang zur Eröffnung an (z. B. »Kommt herbei, singt dem Herrn«, GL 140). Die Bewegung der liturgischen Dienste beim Einzug (womöglich sogar mit der Heiligen Schrift) steht exemplarisch für die Bewegung der ganzen Gemeinde auf Gott hin.
Bei einem »Guten Morgen« der Leitungsperson, oder einer anderen Begrüßung der Teilnehmenden, kann es passieren, dass der Flow dieser Grundbewegung auf Gott hin in der Eröffnung der Feier unterbrochen wird. Für diesen Moment wechselt die Ausrichtung dann hin zur versammelten Gemeinde. Zudem besteht die Schwierigkeit, dass die Gemeinde in der Regel den an sie gerichteten Gruß gar nicht erwidern kann.
Wie könnte hierfür eine stimmige Lösung aussehen, so dass im besten Fall das Anliegen, als Leitungsperson gut mit der Gemeinde in Kontakt zu kommen, mit der Eigendynamik der Eröffnung verknüpft werden kann?
Zum einen kann überlegt werden, dass die Leitungsperson sich schon einige Minuten vor dem offiziellen Beginn der Feier zusammen mit den weiteren liturgischen Diensten in den Eingangsbereich der Kirche begibt, um dort mit den ankommenden Menschen Kontakt aufzunehmen. Damit verbunden kann dann auch gleich der Einzug der liturgischen Dienste aus dem Kirchenschiff und damit aus der sich versammelten Gemeinde heraus begonnen werden. Das hat einen ganz anderen Charakter als der sog. »kleine Einzug«, der direkt aus der Sakristei heraus in den Altarbereich führt.
Zum anderen kann die Leitungsperson, nachdem sie ihren Platz eingenommen hat, mit ihrem Blick durch die Feiergemeinde hindurchgehen und auf diese Weise Blick-Kontakt mit den Feiernden aufnehmen (das darf dann auch einen oder zwei Augen-Blicke Zeit in Anspruch nehmen). Auch ein liebevoller Blick, in dem sich Zuwendung und Freude über das gemeinsame Feiern spiegeln, vermag das Gegenüber anzusprechen und die Gemeinde miteinander zu verbinden.
Ich wünsche Ihnen gottesdienstliches Erleben mit viel Kontakt und Beziehung untereinander, und mit Gott.
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Jörg Müller |
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