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WortGottesFeiern
Der Aufbau
einer Wort-Gottes-Feier
Die Herausgeber
Einführung
Gloria Dei
Sommer. Ferienzeit. In Parks und Gärten grünt und blüht es. Besonders schön: die Vielzahl unterschiedlichster Rosenarten. Eine der bekanntesten Rosen ist die gelbe Rose, die in Deutschland »Gloria Dei« heißt. Sie wird geschätzt wegen ihrer großen, gefüllten Blüten. Die Züchtung dieser Edelrose gelang dem französischen Züchter Francis Meilland in den 1930er Jahren. Die Pflanze hat gesunde, schöne Blätter und gelbe Blüten, die zum Rand hin rosa bis karminrot leuchten.

Schon immer pflegten Rosenzüchter auf der ganzen Welt enge und gute Kontakte. Nach einem Treffen in der Nähe von Lyon im Jahr 1939 verschickt Meilland Exemplare seiner neuen Kreuzung an andere Züchter in Deutschland, Italien, England und den USA. Aber mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wird der Austausch der Rosenfreunde unmöglich. So erhält die Rose unterschiedliche Namen.

Francis Meilland kann seine Rosenzüchtung erfolgreich anbauen und nennt sie 1942 »Madame A. Meilland«, nach seiner Mutter. Auch in Italien gedeiht die Lieferung prächtig. Sie wird dort zu »Gioia«, Freude. Paul Pfitzer, Rosenzüchter aus Stuttgart und Freund der Meillands, verbreitet die Rose in Deutschland. Auch hier braucht sie einen Namen und er tauft sie »Gloria Dei«: »Ruhm Gottes« – durchaus gemeint als Gegenposition zu dem in Deutschland Ruhm beanspruchenden »Führer« Adolf Hitler.

Mit Unterstützung des US-amerikanischen Konsuls in Lyon werden einige Ableger der Rose in die USA geschafft. Adressiert sind sie an den amerikanischen Rosenzüchter Robert Pyle, den Francis Meilland bei seinem einzigen Aufenthalt in den USA kennengelernt hat. Danach brechen die Kontakte durch den Krieg ab. In einem Brief kurz vor Kriegsende teilt Pyle Meilland mit, dass am 29. April 1945 in Pasadena die Rose auf den Namen »Peace«, Frieden, getauft werden soll, im Gedenken an die fürchterliche Katastrophe des Weltkriegs.

Einige Wochen später, im Juni 1945, trafen 50 Delegierte in San Francisco ein, um die UN-Charta, den Gründungsvertrag der Vereinten Nationen, zu unterzeichnen. Jeder fand in seinem Hotelzimmer eine Vase mit einer Rose vor, versehen mit einer Botschaft: »Hier ist die Rose Peace [...]. Möge diese Rose alle Menschen guten Willens beeinflussen, für die Schaffung eines gerechten und dauerhaften Friedens.« Eine Rose als Symbol des Friedens. Unter dem Eindruck des russischen Angriffskrieges in der Ukraine hören wir mit anderen Ohren die Namen als Erinnerung und Mahnung: Peace – Gioia – Gloria Dei. Und bei und trotz aller Sprachlosigkeit erklingt der Gloria-Hymnus, in den der Lobpreis des Sonntags mündet: »Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade.«

Andreas Poschmann

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