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WortGottesFeiern
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einer Wort-Gottes-Feier
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Einführung
Glauben und Leben feiern
Wer schon einmal in der Nähe des Äquators war, nimmt vielleicht staunend zur Kenntnis, dass das ganze Jahr über die Sonne um ca 6.00 Uhr aufgeht und um ca. 18.00 Uhr untergeht. Oder wer in Skandinavien die Mittsommernacht erlebt hat, in der es nicht richtig dunkel wird, oder den dunklen Winter, in denen es nur ein paar Stunden am Tag hell ist, kann sich vielleicht neu freuen am Zyklus der Tageszeiten und auch der Jahreszeiten in den mitteleuropäischen Breitengraden. Der Zyklus der Jahreszeiten spiegelt das Werden und Vergehen eines menschlichen Lebens. Wir sprechen von »Frühlingsgefühlen« und vom »Herbst des Lebens«. Mit den kürzer werdenden Tagen seit der Sommersonnwende werden wir an unsere eigene Vergänglichkeit erinnert und daran, dass wir lernen müssen, diese Vergänglichkeit anzunehmen.

Der Rhythmus der Natur findet seine Entsprechung im Kirchenjahr und den Festen des Kirchenjahres. Viele der christlichen Feste wurzeln in vorchristlichen Naturfesten. »Die Verbundenheit des Kirchenjahres mit dem Rhythmus der Natur ist für uns heilsam. Wir sehen in dem Geschehen um uns herum ein Symbol für das, was in uns abläuft. Wenn wir Ostern feiern, so bekräftigt das Aufblühen der Natur das in der Auferstehung Christi aufgebrochene Leben« (Anselm Grün, Heilendes Kirchenjahr, 1985, S. 18). An Weihnachten feiern wir das Licht, das am tiefsten Punkt des Dunkels und der Kälte in die Welt und zu den Menschen kommt. Am 24. Juni begehen wir – genau gegenüber der Christgeburt – den Geburtstag des Johannes des Täufers, der im Blick auf den kommenden Jesus sagte: »Er muss wachsen, ich aber geringer werden« (Joh 3,30).

Bei Auslieferung dieses Heftes liegt noch ein voller Sommermonat vor uns. Doch die Tage werden deutlich kürzer. Die Beiträge des Heftes liegen schon im Herbst. Wir feiern Erntedank und gestalten mit den Erträgen aus der Landwirtschaft und aus dem Garten die Erntedankaltäre. Dieses Fest hat aber auch die Chance, dass wir unser eigenes Leben in den Blick nehmen und »Ernte« halten. Zurückschauen auf Geglücktes, auf Misslungenes und auf faule Früchte. Uns Einüben in eine Haltung, die das Leben aus Gottes Hand annimmt und dankbar für die Lebenserfahrungen ist.

An Allerheiligen liegt die herbstliche Tag- und Nachtgleiche hinter uns; die Nächte sind länger als die Tage und werden immer länger. Wenn es dunkel wird, wollen wir nicht allein sein. Wir feiern den Glauben an die »Gemeinschaft der Heiligen«. »Katholische Christen beten zu Gott: ‚Sieh nicht auf uns selbst, sieh auf den Glauben deiner Kirche.‘ Das kann heilsam entlasten, besonders in Zeiten des Zweifels, der Unsicherheit, eigener Umgetriebenheit und Ungeborgenheit. Denn ich kann mich vergewissern: Es sind schon viele vor mir diesen Weg gegangen – das ist sozusagen die Zeitachse durch die Geschichte – und es gehen heute viele gleichzeitig den Weg – das ist sozusagen die horizontale Breitenachse« (Hans Gerhard Behringer, Die Heilkraft der Feste, 1997, S. 315). Das Hineingenommensein in eine große Gemeinschaft und die Verbundenheit mit den Verstorbenen zeigt sich an den Friedhofsbesuchen an Allerheiligen und Allerseelen. Die vielen roten Lichter auf den Friedhöfen nehmen uns hinein in eine leuchtende Glaubens- und Hoffnungsgemeinschaft.

So spiegeln die Feste des Kirchenjahres menschliche Lebensthemen und den Zyklus des Lebens. Sie feiern in Liturgie, Bildern und Symbolen das Geheimnis des Glaubens und deuten unser Leben auf Gott hin.

Ich wünsche Ihnen einen schönen und fruchtbaren Herbst!

Beate Jammer

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