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Einführung
Paradox
Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit – das erwarten wir nicht nur bei Bus und Bahn. Auch wer bei einer Verabredung allzu lange warten muss, wird zumindest ungeduldig.

Im Urlaub lebt man gern einmal nur so in den Tag hinein. Doch schätzen viele dann auch wieder eine geordnete Zeit, die überschaubar ist. Termine bestimmen unseren Alltag. Und wir können unseren Alltag vom Sonntag her bestimmen. Im persönlichen Leben sind es vielleicht Geburtstage, Namenstage oder Jubiläen, die den Alltag unterbrechen. Im Kirchenjahr gehen wir in diesen Tagen auf Ostern zu – auf das Fest des Lebens, das selbst den Tod für immer unterbricht.

Es gibt den Brauch, am Beginn des Jahres im Gottesdienst am Hochfest der Erscheinung des Herrn die Feste des Kirchenjahres anzukündigen, die sich nach dem Mondkalender richten und somit in unserem Sonnenjahr »beweglich« sind. Im Jahr 2019 hieß es: »So kündigen wir euch als Erstes das Fest aller Feste an, den Ostersonntag, am einundzwanzigsten April dieses Jahres.« Christus, die neue Sonne, ist seit der Epiphanie im Aufgehen – auf Ostern hin. Deshalb wird diese Verkündigung seit alters her im »Exsultet-Ton« gesungen, in dem in der Osternacht das Lob der Osterkerze erklingt.

Diese Festankündigung geht auf das 4. Jahrhundert zurück, als das erste Konzil von Nizäa 325 für das ganze Römische Reich einen einheitlichen Ostertermin bestimmte. Die Berechnung dieses Datums wurde der Kirche von Alexandrien übertragen, die es allen anderen Kirchen, auch dem Bischof von Rom, mitteilte, und zwar im sogenannten Osterfestbrief, der alljährlich an Epiphanie veröffentlicht wurde.

Heute genügt ein Blick in den Kalender. Und selbst, wenn das Osterfest nicht verzeichnet sein sollte, könnte man sich den Termin erschließen. Die grundsätzliche Regel findet man nicht nur bei Wikipedia: »Osterdatum ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.« Im Jahr 2019 ist der astronomische Frühlingsbeginn schon am Abend des 20. März. Bei der Regel zur Berechnung des Ostertermins gilt aber immer der 21. März als Frühlingsanfang – unabhängig vom tatsächlichen Termin der astronomischen Tag- und Nachtgleiche. Am frühen Morgen des 21. März 2019 haben wir einen Vollmond. Also müsste am darauf folgenden Sonntag, am 24. März, Ostern sein. Tatsächlich steht aber als Osterdatum der 21. April 2019 im Kalender, der Sonntag nach dem zweiten Frühlings-Vollmond am 19. April.

Wie kann das sein? Zur Berechnung des Osterdatums ist nicht nur der Frühlingsanfang immer auf den 21. März festgelegt; es wird auch nicht das tatsächliche Datum der astronomischen Vollmond-Erscheinung verwendet. Vielmehr werden die Daten aus einer zyklischen Reihe aufeinander folgender Vollmonddaten bestimmt. (Das komplexe System wird im Martyrologium Romanum erläutert.) Die so ermittelten Vollmonddaten für die Osterberechnung können um einen Tag von den astronomischen Vollmonddaten abweichen. Für dieses Jahr fällt dieser »zyklische Vollmond« noch auf den 20. März und gilt damit noch als Wintervollmond. Der astronomische Vollmond am 21. März 2019 spielt daher keine Rolle für die Osterberechnung, sondern erst der nächste Vollmond im April.

Das klingt kompliziert und widerspricht unseren Erwartungen. Deshalb wird es auch als Osterparadoxie bezeichnet. Wirklich paradox, revolutionär und alle Erwartung durchbrechend ist aber, was wir im Exsultet der Osternacht hören: »Dies ist die selige Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrach und aus der Tiefe als Sieger emporstieg ... Die Nacht wird hell wie der Tag«.

Andreas Poschmann

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