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Leseprobe 2
Adventsmeditation
Gott will im Dunkeln wohnen
Diese Adventsmeditation kann an verschiedenen Stellen des Advents ihren Ort haben: in einer abendlichen Gemeindeandacht, an einem Adventsnachmittag in einer Gruppierung, bei einem »Krippensingen« an der leeren Futterkrippe, vielleicht kurz vor dem Christfest. Sie lädt dazu ein, das zentrale bildliche Motiv unseres Weihnachtsfestes – den Stall von Betlehem, die Krippe, das Stroh darin – meditativ zu betrachten und mit dem eigenen Leben in Beziehung zu setzen. Gottes Menschwerdung, seine Inkarnation hinein in unsere weltliche und menschliche Wirklichkeit, ist das Geheimnis von Weihnachten und gleichzeitig das Grundthema unseres Glaubens: Gott gibt sich hinein in alle Dimensionen unseres Lebens, um »mitten drin« zu wohnen, wo wir leben. Um uns zu bewohnen, zu beseelen, zu beleben, zu heiligen … – und das nicht nur in den »lichten« Winkeln unserer Existenz, sondern mehr noch in all unseren dunklen und kantigen Ecken.
Für die Anschaulichkeit ist es hilfreich, eine große Futterkrippe (oder die Weihnachtskrippe der Gemeinde, wenn sie eine entsprechende Größe hat) und einen Korb mit Stroh bereit zu stellen, um sie während der Meditation auch sinnenhaft in den Raum der Feier zu stellen. Kinder können beim Füllen der Krippe mit Stroh und beim Entzünden der Kerzen für die Fürbitten einbezogen werden. Wenn die Feier in Dunkelheit bei Kerzenschein vollzogen werden kann, trägt das sicher zum atmosphärischen Erleben der Dunkel-und-Licht-Thematik bei.

1 Einzug
Falls die Feier im Rahmen einer kirchlichen Andacht stattfindet: Einzug aller am Gottesdienst beteiligten Dienste. Verneigung vor dem Altar oder Kniebeuge, dem Tabernakel zugewandt, wenn er im Altarraum steht. Der Einzug wird vom Kirchenportal aus begonnen; wenn Kinder teilnehmen, können sie vor den Ministrant/inn/en mit einziehen. Nach der gemeinsamen Verneigung (oder Kniebeuge) gehen sie an ihre Plätze.

2 Gesang zur Eröffnung

GL 220,1.3.5 »Die Nacht ist vorgedrungen«

3 Kreuzzeichen und liturgischer Gruß
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Gemeinde: Amen.
Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.
Gemeinde: Der Himmel und Erde erschaffen hat.

4 Einführung
»Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern« – mit diesem Lied haben wir unsere Feier heute (Abend/Mittag/Morgen) begonnen.
Im Voranschreiten der Nacht kommt uns der neue Morgen entgegen. In der Mitte der Nacht − wenn die Nacht am dunkelsten ist – ist der Anfang eines neuen Tages verborgen. Voll Hoffnung auf das kommende Licht dürfen wir uns in diesen Tagen des Advents der Dunkelheit anvertrauen. Denn Gott scheut die Dunkelheiten und Finsternisse um uns und in uns nicht. Ihm machen sie keine Angst. Ihn halten sie nicht ab, bei uns zu sein. »Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt.« – so heißt es im Lied. Die Lichter am Adventskranz erzählen uns davon. So lasst sie uns entzünden als Licht(er) der Hoffnung und Erwartung.
Entzünden der entsprechenden Kerzen am Adventskranz

5 Eröffnungsgebet
Lasset uns beten.
Kurze Stille.
Gott,
du kommst uns entgegen. Du bist auf dem Weg zu uns. Gehst uns entgegen auf den dunklen Straßen unseres Lebens.
Suchst uns, rufst uns, spürst uns auf in den finsteren Ecken unseres Lebens.
Auf dich hoffen wir.
Dein Licht erwarten wir in der Ankunft deines Sohnes.
Komm, Immanuel, komm.
Gemeinde: Amen.

6 Hinführung zur Meditation
Gerade die ganz einfachen Bilder von Advent und Weihnachten können uns helfen, das Geheimnis dieses Festes zu erahnen. Gott wird Mensch. Gott wird einer von uns, damit wir immer mehr zu Menschen werden. Damit wir dem Bild immerähn licher werden, das Gott sich von uns erdacht hat.
Ein Stall, eine Krippe, eine Handvoll Stroh – das ist der erste Ort der Menschwerdung Gottes.

7 Erste Lesung
Der/Die Lektor/in trägt die Lesung vom Ambo aus vor.
Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja. (Jes 9,1)

Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlte ein Licht auf.

Nach der Lesung:
Wort des lebendigen Gottes.
Gemeinde: Dank sei Gott.

8 Zeichen
Ein großes schwarzes Tuch wird vor dem Altar ausgebreitet.

9 Betrachtung
In einem Stall wird Jesus geboren. Eine andere, bequemere Herberge ist für ihn nicht frei. Ein einfacher Stall – der hat nichts von einem blank geputzten Wohnzimmer. Dort riecht es nach Heu und Tieren. Auf dem Boden liegen Stroh und Heu und Mist. Ein solcher Stall wird zum ersten Zuhause des Mensch gewordenen Gottes.
Der Stall – er kann ein Sinnbild sein für mein Leben, für mein Herz.
In meinem Herzen will Gott geboren werden.
Dort will er Heimat finden.
Nicht in einem feudalen Salon, sondern in den innersten Kammern meines Lebenshauses. In den Dunkelkammern meines Herzens.
Dort will Gott wohnen.
Wo es Unrat und Mist gibt, all das, was ich an mir selbst nicht besonders leiden mag.
Versteckte Aggressionen vielleicht.
Alte Verletzungen und Kränkungen.
Bedürfnisse, die ich mir nicht eingestehe.
Wo all das Leidvolle meines Lebens verborgen liegt.
Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlte ein Licht auf.
In mir, Gott, willst du Wohnung nehmen.
Der Stall meines Herzens genügt dir.
Dir vertrauen wir uns an mit allem, was in uns unordentlich ist.
Herr, erbarme dich unser.
Gemeinde: Herr, erbarme dich unser.

10 Antwortgesang
GL 757,1–2.8 (Eigenteil Freiburg/Rottenburg-Stuttgart) »Das Volk, das noch im Finstern wandelt« oder
GL 230 »Gott, heilger Schöpfer aller Stern«

11 Zweite Lesung
Der/Die Lektor/in trägt die Lesung vom Ambo aus vor.
Lesung aus dem Buch der Offenbarung. (Offb 21,3)

Seht die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er, Gott, wird bei ihnen sein.

Nach der Lesung:
Wort des lebendigen Gottes.
Gemeinde: Dank sei Gott.

12 Zeichen
Eine große leere Futterkrippe wird auf das Tuch gestellt.

13 Betrachtung
Zweimal nennt Lukas bei der Beschreibung der Geburt Jesu die Futterkrippe, in die der Gottessohn gelegt wurde. Sie hat nichts Idyllisches an sich, nichts Romantisches. Es ist das Holz der Welt, das Holz der irdischen Realitäten, aus dem sie gearbeitet wurde. Hier hinein, in unseren Alltag, wird Gott geboren.
Dort, wo es manchmal hart, eckig und kantig zugeht.

Unglaublich dieser Gedanke, dass Gott »mitten drin« zu finden sein soll!
In unserer Mitte will er wohnen.
Nicht im Abseits.
Nicht in einer Kirche.
Nicht in einer Sonntagswelt.
Sondern mitten auf unserer Lebensbühne.
Wo wir weinen und lachen.
Arbeiten und Ruhen.
Lieben und aneinander leiden.

Seht die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er, Gott, wird bei ihnen sein.

In mir, Gott, willst du Wohnung nehmen.
Die Krippe meines Lebens genügt dir.
Dir vertrauen wir uns an mit allem, was in uns manchmal kantig und unbarmherzig ist.
Herr, erbarme dich unser.
Gemeinde: Herr, erbarme dich unser.

14 Antwortgesang
GL 158 »Tau aus Himmelshöhn« (K/A)

15 Dritte Lesung
Der/Die Lektor/in trägt die Lesung vom Ambo aus vor.
Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja. (Jes 11, 1–3.6–9)

Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des HERRN ruht auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.
Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie.
Kuh und Bärin nähren sich zusammen, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind.
Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter und zur Höhle der Schlange streckt das Kind seine Hand aus.
Man tut nichts Böses und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des HERRN, so wie die Wasser das Meer bedecken.

Nach der Lesung:
Wort des lebendigen Gottes.
Gemeinde: Dank sei Gott.

16 Zeichen
Stroh wird in die Krippe gelegt. Falls Kinder im Gottesdienst sind, können diese jeweils eine Handvoll Stroh in die Futterkrippe geben.

17 Betrachtung
»Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh« – so heißt es im Weihnachtslied. Heu und Stroh sind in der Futterkrippe.
Die Tiere im Stall, sie nehmen sich zurück, weil sie spüren, dass ihre Futterkrippe mit dem Stroh und Heu jetzt dringender gebraucht wird – als weiches, wärmendes Bett für das neugeborene Gotteskind.
Eine Handvoll Stroh – sie kann zum Zeichen meiner Liebe, meiner Hingabe werden.
Eine Handvoll Stroh – meine Willkommensgabe für deinen Sohn, Gott. Damit er ankommen darf in mir.
Eine Handvoll Stroh – nicht viel und doch mein Beitrag, dir einen Platz in dieser Welt zu bereiten.
Mit meinem Willen zur Friedfertigkeit und Gerechtigkeit.
Mit meiner Bereitschaft mitzuwirken, damit das Angesicht der Erde menschlicher werde.
Eine Handvoll Stroh – Zeichen meiner Armut. Und in meine Armut hinein gibst du dein Kostbarstes, mein Gott.
Deinen Sohn.
Damit wir Anteil erhalten an seinem Geist, der auf ihm ruht, dem Geist der Weisheit und der Einsicht, dem Geist des Rates und der Stärke, dem Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.
In mir, Gott, willst du Wohnung nehmen.
Du weißt – mehr als mein bisschen Heu und Stroh habe ich nicht zu bieten. Es genügt dir.
Dir vertrauen wir uns an und bitten.
Herr, erbarme dich unser.
Gemeinde: Herr, erbarme dich unser.

18 Antwortgesang
GL 633/5 »Frieden verkündet der Herr seinem Volk« mit
GL 633/6 »Psalm 85« (im Wechsel)

19 Fürbitten
Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt. Ihm, der das Licht unserer Welt ist, sagen wir unsere Bitten.
Gemeinde: GL 634/2 »Ostende nobis Domine«
- Wir warten auf dich, o Gott. Komm zu uns und wohne bei uns – bei allen Kranken und Leidenden, bei allen Einsamen und Traurigen.
- Wir warten auf dich, o Gott. Komm zu uns und wohne bei uns – in unserer Hartherzigkeit und Lieblosigkeit, in unseren Verletzungen und Kränkungen.
- Wir warten auf dich, o Gott. Komm zu uns und wohne bei uns – in all unserem Bemühen, uns einzubringen, uns zur Verfügung zu stellen, unsere Kraft und Liebe hinzugeben, damit das Antlitz der Erde erneuert werde.
- Wir warten auf dich, o Gott. Komm zu uns und wohne bei uns – und teile mit uns Lachen und Weinen, Freude und Leiden, Weite und Grenze.
Zu jeder Fürbitte wird (von Kindern) jeweils eine große Kerze auf das schwarze Tuch gestellt.

20 Vaterunser
Beim Vaterunser können die Kinder an einem geeigneten Ort im Chorraum oder im Mittelgang vor dem Altar stehen. Sie können das Vaterunser mit geöffneten Händen beten wie alle mit ihnen Versammelten.
Erwartungsvoll und sehnsüchtig dürfen wir uns Gott ganz anvertrauen und mit Christus zu ihm beten:
Gemeinde: Vater unser im Himmel …

21 Schlussgebet
Die Gemeinde sitzt.
GL 233 »O Herr, wenn du kommst, wird die Welt wieder neu«

22 Segensbitte
Ein Stall, eine Krippe, eine Handvoll Stroh,
mehr habe ich nicht –
nur den Stall meines Lebenshauses,
die Krippe meines Herzens,
das Stroh meiner begrenzten Liebe.
Wenn’s dir nur reicht, mein Gott. –
Nimm meinen Stall und mach ihn zu deiner Heimat,
nimm meine Krippe und lass daraus eine Wiege werden für deinen Sohn
und nimm das bisschen Stroh meiner Liebe.
Mehr hab ich nicht – aber auch nicht weniger!
Leg deinen Segen darauf!
Auf mich, auf uns und alle, die zu uns gehören, der du uns nahe bist,
Vater und Sohn und Heiliger Geist.
Gemeinde: Amen.

23 Entlassung (falls im gottesdienstlichen Rahmen)
Singet Lob und Preis.
Gemeinde: Dank sei Gott, dem Herrn.
Danach Verneigung vor dem Altar oder Kniebeuge, dem Tabernakel zugewandt, wenn er im Altarraum steht.

24 Auszug (falls im gottesdienstlichen Rahmen)
Auszug aller am Gottesdienst beteiligten Dienste. Orgelnachspiel.

Annette Gawaz

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