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der Zeitschrift
WortGottesFeiern
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einer Wort-Gottes-Feier
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Einführung
Fest der Begegnung
Liturgie sollte mehr mit dem Leben zu tun haben. Der Alltag soll im Gottesdienst vorkommen, wird gefordert, und das gottesdienstliche Feiern soll eine Hilfe sein für das Leben der Gläubigen.

Andererseits prägen doch viele christliche Feste unseren Alltag – nicht immer mit den Kerninhalten, aber ohne Weihnachten gäbe es nicht schon im September Christstollen und Weihnachtsmärkte im Advent. Wie der Kommerz die Verlängerung der Weihnachtszeit nach vorn kennt, so ist die Verlängerung der Weihnachtszeit nach hinten mancherorts im Brauchtum (Weihnachtsbäume bis Lichtmess) und sogar im liturgischen Kalender vorhanden. Viele Menschen genießen die christlichen Feste und Feiertage – auch die, die sich dezidiert vom christliche Glauben abgewandt haben. Brückentage an Weihnachten sind beliebt. Die Urlaubsplanung an Ostern ist wegen des wechselnden Ostertermins für manche eine Herausforderung. Auch das ist ein Stück des christlichen Erbes, das in unseren Alltag hineinreicht: die Überlagerung von lunarem Osterfestkreis und dem solaren Weihnachtsfestkreis. Denn der Ostersonntag richtet sich schließlich nach dem Frühlingsvollmond und das Weihnachtsfest am 25. Dezember – nach der Wintersonnenwende, wenn die Tage wieder länger werden – kann nur ab und an auf einen Sonntag fallen. Kompliziert. Wie im richtigen Leben.

Nicht ganz so weit entfernt von Weihnachten wie der Christstollen im September ist ein Fest, das schon von der Pilgerin Egeria für die Zeit um 400 in Jerusalem bezeugt ist: das Fest der Darstellung des Herrn am 2. Februar – also am 40. Tag nach Weihnachten. Schon mitten im Jahreskreis wird nochmals ein zeitlicher Bezug zu Weihnachten hergestellt, denn die Kirche feiert die im Evangelium des Lukas beschriebenen Geschehnisse im Tempel von Jerusalem (Lk 2,22–39). Maria und Josef bringen Jesus zum Tempel. Nach den alttestamentlichen Reinheitsvorschriften (Lev 12,1–8) gilt die Frau nach der Geburt eines Jungen 40 Tage – bei einem Mädchen 80 Tage – als unrein und muss ein Reinigungsopfer darbringen.

Der erstgeborene Sohn ist Eigentum des Herrn, wird im Tempel dargebracht und durch ein Geldopfer ausgelöst. Durch die Purificatio (Reinigung) Sanctae Mariae wurde das Fest in der Tradition als Marienfest verstanden. Seit der Reform von 1960 wird es als Herrenfest begangen. Denn das Lukasevangelium spricht nicht nur von den alttestamentlichen Vorschriften, sondern auch von der Begegnung mit den Propheten Simeon und Hanna. Daher hatte in Jerusalem das »Fest der Begegnung« (Hypapante) seinen Namen und es war bereits damals mit einer Lichterprozession verbunden.

Der volkstümliche Name »Lichtmess« bezeugt den Stellenwert, den die Prozession bis heute hat. Dies sollte auch dann gelten, wenn das Fest mit einer Wort-Gottes-Feier begangen wird, die ebenfalls durch die Kerzenweihe und die Lichterprozession eröffnet werden kann: Nach der Segnung der Kerzen zieht die Gemeinde von einer Kapelle oder einem anderen Ort zur Kirche oder sie versammelt sich in der Kirche und erwartet den feierlichen Einzug der liturgischen Dienste und anderer Vertreter.

Die Lichtsymbolik am 2. Februar wird in der Praxis oft mit dem Gedenktag des heiligen Blasius am 3. Februar verbunden. Häufig wird darum schon am Tag zuvor und/oder am folgenden Sonntag der Blasiussegen erteilt. Dies ist in vielen Diözesen auch in Verbindung mit der Wort-Gottes-Feier möglich (Benediktionale, Nr. 6, Segensbitte 2).

Letztlich ist es die Begegnung mit Jesus Christus, die für uns in jeder gottesdienstlichen Feier wie für Simeon im Tempel Heil und Segen bedeutet: »Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.« (Lk 2,29–32)

Andreas Poschmann

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