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Sicher ist: Wir feiern Ostern. Aber wann?
Jede und jeder trägt einen eigenen Kalender in sich. Es gibt Tage, die prägen sich ein in die Seele. Immer wieder, wenn dieser Tag naht, verbindet er sich mit einem Gedenken, einem Fest oder gar einem Schmerz. Zeit ist nicht beliebig. Schon gar nicht gelebte und erfahrene Lebenszeit.

In das Gedächtnis der Christinnen und Christen haben sich ebenso Ereignisse eingeprägt, welche dem Leben der Gemeinschaft der Glaubenden Orientierung geben und immer wieder die Heilszusage unseres Gottes in der momentanen Zeit verankern und feiern. Die großen Festtage der Christenheit sind nicht ein nostalgisches Erinnern an Vergangenes, schön inszeniert und historisch gesichert aufbereitet. Es ist ein Bekenntnis zu dem Gott, dessen Wort und Tat auch heute wirkmächtig ist. Er hat sich als der mitziehende Gott (sein Name: »Ich-werde-da-sein-der-ich-dasein-werde«) geoffenbart und sich gezeitigt. So eigenartig es klingt: Es ist als würden wir ebenso mitziehen durch das Meer in das Land der Verheißung, uns wiederfinden in den Entscheidungen und Erfahrungen der Jüngerinnen und Jünger Jesu, auf unseren Straßen unterwegs sein wie nach Emmaus … Wir sind heute nicht Zu-spät-Gekommene.

Unser christliches Feiern hat seine jüdischen Wurzeln. Zugleich erfahren wir in der Weise, wie Festtage geworden sind und Gestalt gewonnen haben eine Abgrenzung zum Judentum. Dies barg mitunter auch eine Polemik gegen die Juden. Mit der Feier von Ostern, Leiden, Tod und Auferstehung Jesu, kommen wir in Berührung mit dem jüdischen Kalender. Jesus wurde wohl an einem 14. Nisan gekreuzigt. Dieser Monat liegt zwischen Mitte März und Mitte April, weil sich der jüdische Kalender an Mond und Sonne orientiert. Einige Zeit wurde dieses Datum für Christen zum Osterfest und steht in enger Verbindung zum jüdischen Pessach. Bei anderen rückte die Auferstehung Jesu mehr in den Blick, an dem ersten Tag der Woche. Immer mehr wurde dieses Ereignis von Leiden Sterben, Tod und Auferstehung Jesu entfaltet, in eigenen Feiern jeweils begangen. Es bildete sich, wie wir es heute kennen, ein TRIDUUM heraus: die Heiligen Drei Tage. Ostern, nicht nur eine Nachtfeier und ein Morgen, sondern Tage, die zu einem Fest werden und das Zentrum christlichen Feierns bilden und prägen. Man stritt um den Zeitpunkt, suchte Einigung. Eine längere Entwicklung. Letztendlich wurde festgelegt, dass Ostern am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert wird. Und der Frühlingsanfang wurde auf den 21. März festgelegt. Die Bewegung der Gestirne kümmern sich nicht um eine Berechnung von uns Menschen. Daher schwankt der astronomische Frühlingsanfang und ist nicht einfach der 21. März. Weiterhin wird bis heute das Osterdatum jedoch nach dieser Fixierung berechnet und bewegt sich zwischen dem 22. März und 25. April.

Ostern ist gar nicht so leicht zu berechnen.
Weihnachten legte man fest auf den 25. Dezember. Ostern variiert und prägt die weitere Berechnung der Festtage: Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Fronleichnam, Dreifaltigkeit …

Dass wir uns in unserer modernen Welt weiterhin an den Gestirnen orientieren und unsere Zeiten und Festzeiten festmachen, finde ich spannend. Man versuchte es einfacher und handhabbarer zu machen, blieb aber bei diesem ersten Frühlingsvollmond und der Festlegung des Frühlingsanfangs auf den 21. März. Der Festtag hat etwas zu tun mit all dem, was über uns hinaus ist und weist. Er steht in Beziehung zu dieser gesamten Schöpfung, deren Ordnung und Vollendung, unserem Woher und Wohin.

Und noch eines nehme ich aus diesen Berechnungen des Ostertermins und seinen Möglichkeiten an variierenden Tagen im Kalender mit: Ostern wird sein. Aber wann?

Gerade mein eigenes Ostern ist und bleibt unberechenbar. Es blüht als Hoffnung auf, verdichtet in jedem Jahr und an jedem ersten Tag der Woche, dem Sonntag, wenn wir miteinander feiern: Leiden, Tod und Auferstehung Jesu

Immer wieder die Erfahrung der aufblühenden Hoffnung, dass das Leben siegt,

Heinz Vogel

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